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Am 13. Dezember 2007 unterzeichnen die EU-Staaten in Portugal den neuen Vertrag, genannt «Vertrag von Lissabon», den alle Mitgliedstaaten bis 2009 ratifizieren sollen. Bei einer ersten Abstimmung im Juni 2008 lehnt die irische Bevölkerung den Vertrag jedoch ab. Nachdem der Europäische Rat Irland gegenüber einige Konzessionen gemacht hat, lässt die irische Regierung die Abstimmung wiederholen. Am 2. Oktober 2009 stösst der Vertrag von Lissabon bei den irischen Stimmberechtigten dann auf eine breitere Zustimmung. Nachdem auch Polen und zuletzt die Tschechische Republik den Vertrag ratifizieren, tritt dieser am 1. Dezember 2009 in Kraft.
Mit dem Vertrag von Lissabon werden frühere Verträge nicht ersetzt sondern geändert. Die neuen Grundlagen der EU heissen seither «Vertrag über die Europäische Union (EUV)» und der «Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV)». Der Lissaboner Vertrag schafft das bisherige Drei-Säulen-Modell ab. Die Europäische Union ersetzt die Europäische Gemeinschaft. Neu wird der Posten eines ständigen Präsidenten des Europäischen Rats (Gremium der Staats- und Regierungschefs) geschaffen, der den Vorsitz der EU-Gipfel, welche mindestens vier Mal jährlich stattfinden, übernimmt. Der erste Inhaber dieses Amts ist der Belgier Herman Van Rompuy. Aufgrund des Lissaboner Vertrags hat die EU neu ein einheitliches Gesicht gegen aussen: Die Britin Catherine Ashton ist die erste Hohe Vertreterin der Union für Aussen- und Sicherheitspolitik; sie vereint in ihrer Person die vormaligen Ämter des Kommissars für Aussenbeziehungen und des Hohen Vertreters für die Gemeinsame Aussen- und Sicherheitspolitik. Zudem ist sie Vizepräsidentin der Europäischen Kommission. Während der Europäische Rat nun einen ständigen Präsidenten hat, der jeweils für zweieinhalb Jahre gewählt wird, bleibt im Rat der EU (Gremium der Fachminister in verschiedenen Zusammensetzungen, auch «Ministerrat» genannt) die halbjährlich rotierende Präsidentschaft durch einen Mitgliedstaat erhalten.
Das Wichtigste des Vertrags von Lissabon
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